Hanoi war nur der Anfang. Doch wie kam ich überhaupt auf Vietnam?
Auf meiner letzten Asien-Reise machte sich irgendwann die Erschöpfung breit. Es kommt ein Zeitpunkt, da hat man genug gesehen und nach jeweils 2 Monaten in Japan und Thailand war ich in Malaysia an diesem Punkt angelangt.
Auf Reisen ist unser Gehirn daueraktiv und jedes neue Geräusch, jede neue Wort, alles Unbekannte wird vom Gehirn registriert und unterbewusst verarbeitet. So entstehen laufend neue Verbindungen, was natürlich viel Energie kostet.
Dass es das wert ist, lässt sich jedoch kaum abstreiten.
Statt vertrauten Mustern ist eben alles anders.
Die Währung, die Kultur, die Gebäude, das Straßenbild und vor allem das unberechenbare Verhalten der Verkehrsteilnehmer in Südostasien. So verbrauchen wir laufend mehr Energie, als wenn wir Zuhause sind und ich habe es ich immer als Erleichterung wahrgenommen, wenn ich zurück an einen vertrauen Ort kam.
Also entschied ich mich, das bis dahin offene Ende meiner Asien-Reise zu planen und meine Familie zu Weihnachten zu überraschen. Doch es war erst Anfang November, als ich Malaysia verlassen sollte. Deshalb buchte ich einen Monatsaufenthalt auf Ko Samui. Dort war ich bereits ein paar Wochen zuvor und es gefiel mir so sehr, dass ich unbedingt nochmal zurück wollte.
Es blieb halt die Frage, wie ich die 11 übrigen Tage zwischen Malaysia und Thailand verbringe.
So kam Vietnam auf die Karte.
Ohne große Planung begab ich mich nach Ho-Chi-Minh-Stadt, der größten Stadt in Vietnam und ich war vom ersten Abend an komplett begeistert. Es war die Stimmung, die positive Energie. Die lebhaften Straßen voller Roller und den LED-Lichtspiele der Wolkenkratzer. Es wirkte moderner, als ich es erwartet hatte.
Mir war schnell klar: Hier möchte ich mehr Zeit verbringen und unbedingt zurückkehren. Das änderte sich auch während meines Deutschland-Aufenthaltes nicht. Die Frage war nicht ob, sondern wann ich nach Vietnam zurückkehre.
Mit dreimonatigen Visum im Gepäck startete ich in Hanoi mit dem Ziel, bis in den Süden des Landes vorzudringen. Ich bin mit Zug von Ninh Binh nach Hanoi gefahren, dann mit Nachtbus nach Dong Hoi, mit Zug nach Hue und von dort aus mit Zug nach Da Nang. Mit Taxi nach Hoi An und mit Flugzeug von Da Nang nach Saigon. Per Zug und Bus legte ich fast 800 km zurück, verbrachte einen Monat in Da Nang und nach einem Zwischenstop in Hoi An ging es endlich ins lang ersehnte Saigon zurück.
